Chemie ist keine Zauberei

Im Chemie-Pluskurs der 9. Jahrgangsstufe am Kaspar-Zeuß-Gymnasium steht in diesem Schuljahr alles unter dem Motto: „Chemie ist keine Zauberei.“ Und doch fühlte sich der Unterricht in der Vorweihnachtszeit ein wenig magisch an.

Passend zur Adventszeit verwandelten die Schülerinnen und Schüler einfache Glaskugeln in glänzende Weihnachtskugeln. Im schuleigenen Labor versilberten sie die Kugeln selbst und konnten dabei hautnah erleben, wie chemische Reaktionen funktionieren. Schritt für Schritt entstand so aus einer unscheinbaren Glaskugel ein spiegelndes Schmuckstück – ganz ohne Zauberstab, dafür mit viel Neugier, Experimentierfreude und chemischem Wissen.

Die Aktion passt besonders gut zur Region rund um den Frankenwald, in der die Herstellung von Glaskugeln eine lange Tradition hat. Durch das Experiment erhielten die Schülerinnen und Schüler nicht nur spannende Einblicke in chemische Prozesse, sondern auch in die wissenschaftlichen Grundlagen eines regionalen Handwerks.

An diesem Tag gab es zudem besonderen Besuch: Herr Ludwig Kotschenreuther, ein ehemaliger Schüler des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums, der die Schule vor rund 50 Jahren besuchte, schaute spontan vorbei. Nach seinem Abitur studierte er Chemie und wandte sich beruflich ebenfalls dem Versilbern von Glas zu. Sein Weg führte ihn von Wallenfels bis nach Brüssel, wo er heute arbeitet.

Die Gelegenheit wurde genutzt, Herrn Kotschenreuther einzuladen, um den Schülerinnen und Schülern des Chemie-Pluskurses sowie der Oberstufe von seinem Werdegang, seiner Arbeit in der Chemie und den vielfältigen beruflichen Möglichkeiten zu berichten – auch in der Region rund um Kronach.

Ergänzt wurde das Programm durch eine Mitarbeiterin der Universität Bayreuth, die über aktuelle Studienmöglichkeiten im Bereich Chemie informierte und Einblicke in das Studium sowie mögliche Karrierewege gab.

So wurde deutlich: Chemie ist zwar keine Zauberei – aber sie eröffnet spannende Wege, überraschende Experimente und vielfältige Zukunftsperspektiven. Und manchmal beginnt alles mit einer einfachen Glaskugel im Schullabor.

Katrin Reukauf