Pop-up-Karten der 5b in Kunst und Deutsch

In diesem Schuljahr entstand an unserem Kaspar-Zeuß-Gymnasium ein fächerübergreifendes Projekt, bei dem Deutschunterricht, Kunstunterricht und Schulbibliothek eng zusammenwirkten. Die Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen lasen im Deutschunterricht den Jugendroman Herr der Diebe und setzten sich dabei intensiv mit Handlung, Figuren und Atmosphäre des Buches auseinander.

Da die Autorin Cornelia Funke auch selbst als Illustratorin tätig ist, waren Zeichnungen im Buch immer wieder Teil der Erschließung. Anschließend verfasste die Klasse am Computer eine eigene Rezension zum Buch sowie ein persönliches Feedback mit ihrer Einschätzung zur Lektüre. Auf diese Weise erhielten die Schülerinnen und Schüler zugleich eine Einführung in das digitale Verfassen von Texten und in grundlegende Fragen der Formatierung.

Die gestalterische Umsetzung der Buchinhalte erstreckte sich über mehrere Unterrichtsstunden, denn viele Schritte waren dazu nötig. Zunächst suchten sich die Schülerinnen und Schüler eine Szene aus dem Roman aus, die sie besonders ansprach oder die sie bildnerisch interessant fanden. Danach wurde überlegt, welche Figuren, Räume und Gegenstände für die gewählte Buchstelle wichtig sind und wie sich diese in einer Pop-up-Karte darstellen lassen. Erste Skizzen halfen dabei, den Bildaufbau zu erfassen und die Szene gestalterisch vorzubereiten. Im Kunstunterricht waren dabei auch das Erlernen bildnerischer Mittel sowie Elemente des Scherenschnitts von Bedeutung.

Der Mechanismus der Pop-up-Karten und die gestalterische Ausarbeitung entstanden anschließend im Kunstunterricht. Dort wurden verschiedene Falt- und Klapptechniken erprobt, räumliche Elemente konstruiert und die ausgewählten Szenen zeichnerisch und farbig ausgestaltet. So entstanden im Verlauf des Projekts zahlreiche individuelle Arbeiten, in denen sich literarisches Verstehen und kreatives Gestalten auf anschauliche Weise verbanden. Beim Öffnen der Karten entfalteten sich ausgewählte Szenen aus Herr der Diebe räumlich und machten Figuren, Orte und Stimmungen des Romans sichtbar.

Zum Abschluss wurden die fertigen Pop-up-Karten zusammen mit den Rezensionen in der Schulbibliothek präsentiert. Dort konnten die Ergebnisse im Rahmen einer kleinen Ausstellung betrachtet werden. So wurde die Bibliothek nicht nur als Ort des Lesens, sondern auch als Ort des Präsentierens und Gestaltens erfahrbar.

Stefan Silberhorn