Asterix und Obelix 2.0 am KZG

Unser Pluskurs Latein/Französisch entwickelt kreativen Videobeitrag mit dem Titel „Mastérix chez les Trévires: Ab imo pectore“ für den Bundeswettbewerb Fremdsprachen.

Was wäre, wenn Asterix und Obelix Enkel hätten, die im Jahre 5 n. Chr. genauso unbeugsam wie 60 Jahre zuvor ihre Großväter gegen die Romanisierung Galliens ankämpfen würden? Genau dieser Frage ist der Pluskurs „Gallia pacata / La Gaule romaine“ an unserem Kaspar?Zeuß?Gymnasium nachgegangen. Unter der Leitung von Susanne Reber entwickelten zehn engagierte Siebt- bis Neuntklässler eine ganz besondere Idee für den Bundeswettbewerb Fremdsprachen: eine moderne, humorvolle, zugleich aber historische Fakten verarbeitende Geschichte rund um die Nachkommen der berühmten Gallier – Mastérix und Kobélix.

Die Namen der beiden jungen Helden sind dabei nicht zufällig gewählt: Sie lehnen sich an die Vornamen zweier Kursteilnehmer, Mauro und Konrad, an, die die Helden spielen. Und auch sonst verbindet die Geschichte gekonnt die Welt der Gallier und alten Römer mit der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler im Jahr 2026. So wird der traditionelle Zaubertrank nicht mehr von Miraculix gebraut, sondern von dessen Enkel Thermomix, der seine Zutaten im modernen Küchenhelfer mit gewohnt hoher Effizienz zusammenrührt.

In der zweisprachigen Geschichte, die auf Französisch und Latein erzählt wird, erreicht Mastérix und Kobélix der Hilferuf eines Freundes aus dem Trevererland (heute Luxemburg): Dort schreite die Romanisierung immer weiter voran: gepflasterte Straßen, Aquädukte, Thermen, Amphitheater etc. schössen aus dem Boden. Sofort macht sich das bretonische Duo auf den Weg, um sich dieser für die gallische Identität fatalen Entwicklung zu widersetzen.

Vor Ort aber weicht die anfängliche Empörung, die ihren Höhepunkt erreicht, als die Helden feststellen, dass ein römischer Legionär einem gallischen Mädchen den Hof macht, allmählich der Erkenntnis, dass die römischen Errungenschaften gar nicht so schlecht sind – im Gegenteil. Im Amphitheater wohnen sie begeistert einem Gladiatorenkampf bei und der im Trevererland angebaute römische Wein mundet ihnen vorzüglich. Diesen lernen Mastérix und Kobélix kennen, als Kaiser Augustus, der im Amphitheater auf die ungehobelten Widerständler aufmerksam geworden ist, sie gleichsam als Erziehungsmaßnahme auf einen Schoppen einlädt.

Der Höhepunkt der Geschichte ist ein großes Festbankett im bretonischen Dorf, wie man es aus den klassischen Asterix?Comics kennt – nur diesmal endet es sogar mit einer gallo-römischen Hochzeit: Der des verliebten römischen Legionärs und der hübschen Trevererin… Aus der anfänglichen Feindschaft erwächst also peu à peu eine Freundschaft, die schließlich besiegelt wird. Die junge Generation zeigt damit auf kreative Weise, dass Begegnung und Austausch Kulturen verbinden – damals wie heute.

Zum Schluss wird die Geschichte sehr persönlich: Drei Schüler haben Eltern aus Italien, Rumänien oder Polen. Sie spannen einen Bogen zwischen der eigenen Familiengeschichte und der Antike. Denn Rumänisch und Italienisch sind wie das Französische romanische Sprachen, und das Gebiet des heutigen Rumäniens war wie Gallien einst römische Provinz. So schließt sich der Kreis zwischen den alten Römern und Galliern, den beliebten Comichelden Asterix und Obelix und den heutigen Jugendlichen am Kaspar?Zeuß?Gymnasium. An diesem kann man die sprachliche Ausbildungsrichtung wählen und neben Englisch auch Latein und Französisch lernen.

Nach ihrem 3. Platz auf Landesebene im vergangenen Schuljahr hat der Pluskurs ein ehrgeiziges Ziel: Diesmal möchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ganz oben auf dem Podest stehen. Denn der 1. Platz würde sie zur Teilnahme am Bundesfest der Sprachen berechtigen – ein Traum, auf den sie mit Fleiß, Teamarbeit und einer großen Portion Kreativität hinarbeiten.

Unabhängig vom Wettbewerb freuen sich die Schülerinnen und Schüler bereits auf ihren Sommerausflug nach Regensburg, wo sie eine Bootsfahrt mit einem nachgebauten römischen Patrouillenboot unternehmen und beim Rudern selbst Hand anlegen werden. Was könnte besser passen für eine Gruppe, die sich so leidenschaftlich mit der Welt der Römer beschäftigt?

 

Verena Zeuß