„Erkläre mir, und ich vergesse. Zeige mir, und ich erinnere. Lass es mich tun, und ich verstehe“ (Konfuzius) – Planspiel im Sozialkundeunterricht

Lehrer haben es nicht leicht: Jeden Tag versuchen sie aufs Neue die kompliziertesten Inhalte ihren Schülerinnen und Schülern nahezubringen, aber manchmal will es einfach nicht klappen. Würden sie auf Konfuzius hören, sollten sie weniger erklären und reden, sondern mehr zeigen oder gar die Schüler selbst tun lassen. Denn danach würden diese auch die Inhalte verstehen – soweit Konfuzius zumindest...

Frei nach diesem Motto fand für zwei 10. Klassen ein Planspiel im Sozialkundeunterricht statt. Die Planspielmethode gehört seit vielen Jahren zum festen Bestandteil der politischen Bildung, ist sie doch bestens dazu geeignet, auch komplizierte Abläufe und Strukturen lebendigt zu vermitteln. Bei der Vorstellung des Projektes „Der Landtag sind wir – parlamentarische Demokratie spielerisch erfahren“ konnte man in den Klassenzimmern allerdings beispielsweise folgende Frage vernehmen: „Wie soll man sich denn sechs Stunden lang mit Politik beschäftigen?“ – beste Voraussetzungen also für interessierte und engagierte Schüler an dem Tag, als drei Mitarbeiter des Zentrums für angewandte Politikwissenschaften (CAP) aus München zu uns an die Schule kamen, um das Planspiel an einem Montagvormittag durchzuführen.

In einer kurzen Einführungsrunde in die Abläufe und Strukturen des Planspiels, bei dem es darum geht, institutionelle Abläufe und Rahmenbedingungen zielgruppengerecht so zu komprimieren, dass der Kern erhalten bleibt, sich aber gleichzeitig in eine ansprechende und zeitlich gut realisierbare Spielidee umsetzen lässt, wurden alle Schülerinnen und Schüler über das Vorgehen informiert. Im Anschluss daran ging es sofort mit der Arbeit in den Fraktionen los. Eingeteilt in die drei Fraktionen CSU, FREIE WÄHLER und GRÜNE stiegen die jungen Politiker jetzt in die thematische Diskussion ein. In unserem Szenario ging es um Verbraucherschutz – genauer gesagt ging es darum, ob Produktionsorte, Restaurants und Supermärkte mit fröhlichen oder traurigen Smileys gekennzeichnet werden sollen, um die Qualität dieser Orte deutlich sichtbar zu machen. Verbraucherschutz ist ja ein aktuelles Thema in der Politik. Nachdem auch die Aufteilung in unterschiedliche Ausschüsse stattgefunden hat und Vorsitzende gewählt wurden, erarbeitete jede Fraktion ihren Standpunkt und diskutierte in den Ausschüssen. Im Anschluss dran fand die erste Lesung im Plenum statt. Auch hier wurden ein Landtagspräsident gewählt und ein Vorsitzender vorgestellt. Im Anschluss daran erfolgte eine erneute Diskussion in den Ausschüssen, die mit einer schriftlichen Beschlussempfehlung beendet wurde. Vor der zweiten Lesung musste in den Fraktionen wieder die Position zur Beschlussempfehlung erarbeitet und abgestimmt werden. Erst am Ende konnte die Abstimmung in der zweiten Lesung im Plenum stattfinden. Die Schüler haben demnach einen Gesetzgebungsprozess an einem Vormittag nachgespielt und konnten in dieser Form die Arbeit der Landtagsabgeordneten in München nachvollziehen. Zur näheren Veranschaulichung hatte Thomas Glaubner (MdL) von den Freien Wählern sein Kommen zugesagt und den Schülern den Alltag eines Abgeordneten mit Anekdoten aus seinem Leben erklärt.

Nach sechs Stunden, in denen die Zehntklässler handlungsorientiert erfahren konnten, wie ein Gesetz entsteht, planerisch-strategisch denken und soziale sowie kommunikative Handlungskompetenzen unter Beweis stellen mussten, konnten sie dann ihre Namensschilder wieder vom Pullover ziehen. „Besser als gedacht“ war da eines der eher verhaltenen Urteile, die am Ende zu hören waren. Insgesamt überwog das Gefühl, „etwas geschafft zu haben“ und selbst einen Prozess mitgestaltet zu haben. In der Planspielwelt sind die Smileys zur Kennzeichnung jedenfalls eingeführt und zusätzliche Lebenskontrolleure zum besseren Verbraucherschutz eingestellt worden. „Es hat mir richtig Spaß gemacht. Der Tag wird in unseren Köpfen bleiben, weil wir es selber erleben durften“, so lautet das Fazit von Lisa Weigel, 10e. Sie hatte an diesem Tag das Amt der Landtagspräsidentin inne.

Es ist also doch was dran an Konfuzius und seiner Aussage. Hoffen wir also, dass die Schüler durch dieses Planspiel die Arbeit des Landtags besser verstehen und das politische System in Bayern nachvollziehen können.

 

 

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Kaspar-Zeuß-Gymnasium | Langer Steig 1  | 96317 Kronach
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