Einmal Europa-Abgeordneter sein

XMWF2308 HomepageDie Europäische Union ist das Friedensmodell zur Einigung des europäischen Kontinents. Die Regeln und Abläufe innerhalb des Staatenverbundes beeinflussen das Leben von uns allen. Aus diesem Grund wollte ich mehr über die EU erfahren und habe mich zur zweitägigen „Simulation Europäisches Parlament“, kurz SIMEP, Anfang März im Berliner Abgeordnetenhaus angemeldet.

 

Die SIMEP ist eine Veranstaltung der Jungen Europäischen Bewegung Berlin-Brandenburg. Während der Simulation haben Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Bundesgebiet die Gelegenheit, in die Rolle eines Abgeordneten des Europäischen Parlaments zu schlüpfen und somit den Arbeitsalltag im Parlament kennenzulernen.

Schon vor meiner Reise nach Berlin wurden mir mein „Heimatland“ während des Planspiels und meine Funktion zugeschickt. Als Abgeordneter aus Großbritannien war ich schon voll in eines der großen Themen der SIMEP 2018 involviert: Die Probleme und Chancen, die der Brexit, also der Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der Union, mit sich bringt.

Der erste Simulationstag startete am Freitag mit der Eröffnung der SIMEP vor eindrucksvoller Kulisse im großen Plenarsaal des Berliner Abgeordnetenhauses. Nach der Begrüßung durch die Präsidentin der SIMEP Sophia Simon und des Präsidenten des Abgeordnetenhauses Ralf Wieland (SPD) besuchte uns die zu diesem Zeitpunkt geschäftsführende Bundesfamilienministerin Katharina Barley (SPD), die uns ihre Sicht auf die aktuellen Ereignisse und die Zukunft Europas schilderte.

Am Nachmittag fanden zunächst die Treffen in den Ländergruppen statt: Wir versuchten uns in unsere Rolle als britische Abgeordnete hineinzuversetzen und lernten viel über das politische System des Vereinigten Königreichs und die aktuelle politische Lage, welche in allen Bereichen vom Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union geprägt ist.

Nach dem Treffen der Ländergruppen trafen wir uns in unseren Fraktionen. Während der Simulation war ich Abgeordneter der EKR, der Europäischen Konservativen und Reformer. Damit wir uns ein genaues Bild von der Arbeit in der EKR-Fraktion machen konnten, stattete uns der Abgeordnete Arne Gehricke einen Besuch ab und berichtete uns aus erster Hand von seiner Arbeit als Europaabgeordneter der EKR seit den letzten Wahlen zum Europäischen Parlament im Jahr 2014.

Nach diesem sehr interessanten Vortrag studierten wir verschiedene Anträge, die am nächsten Tag im Plenum diskutiert werden sollten und stimmten intern über diese ab.

Der erste SIMEP-Tag endete mit der Einteilung in die verschiedenen Ausschüsse, welche am nächsten Morgen über die Anträge beraten sollten. Hier wurde ich dem Ausschuss für konstitutionelle Fragen (AFCO) zugeteilt.

Am Samstagmorgen trafen wir uns in einem der großen Sitzungssäle des Abgeordnetenhauses zur Versammlung des Ausschusses AFCO, welcher sich mit konstitutionellen Fragen der Europäischen Union beschäftigt, um die Anträge im Ausschussgremium zu beraten. Anschließend fand vor der Mittagspause noch ein zweites Treffen innerhalb der Fraktion statt, bei dem über den Ablauf der Ausschusssitzungen diskutiert wurde.

Der zweite SIMEP-Nachmittag begann mit einer Rede des Bundestagsabgeordneten Anton Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen). Anschließend hatten wir wieder die Gelegenheit, ihm unsere Fragen zur Europäischen Union zu stellen.

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Um ca. 14.30 begann dann der HöIMG 5344 Hompagehepunkt der Simulation: die fünfstündige Debatte über die Anträge im großen Plenarsaal. Die Fraktionssprecher der einzelnen Fraktionen stellten ihr ihre Positionen zu den zwei großen Themen EU27 und Innere Sicherheit in einer kurzen Rede vor. Auch ich war in dieser Simulation ein gewählter Fraktionssprecher und durfte eine Rede als britischer Abgeordneter der EKR vor dem Plenum halten.

Nach fünf Stunden Debatte stand schließlich das Papier mit den angenommenen Anträgen fest. Die SIMEP 2018 endete feierlich mit dem Singen der Europahymne und einem Empfang in der Wandelhalle des Abgeordnetenhauses.

Die Simulation hat mir gezeigt, wie wichtig die Europäische Union für den Zusammenhalt Europas ist. Auch die Abläufe im von den Unionsbürgern direkt gewählten Europäischen Parlament kann ich nun viel besser nachvollziehen und die aktuellen Debatten über die Arbeitsweise der EU besser einordnen.

Die SIMEP war eine großartige Erfahrung, die mich mit jungen Leuten aus ganz Deutschland zusammengebracht hat. Uns wurde die enorme Leistung der EU als Institution des Friedens in Europa vor Augen geführt und wir verstanden, dass es unheimlich wichtig ist, dass wir jungen Menschen mit der Europäischen Union beschäftigen, denn wir sind ihre Zukunft.

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